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Robert Zielasco
A-1190 Wien, Bellevuestraße 76
Tel.: +43 (0)1 - 320 13 87
mobil: +43 (0)676 - 42 111 76

Lebenslust und Arbeitsdisziplin

Peter Vitouch

Robert Zielasco habe ich das erste Mal
vor ca. 35 Jahren getroffen. Er stand damals
plötzlich in meinem Zimmer, in dem ich als
junger Assistent am Institut für Psychologie
arbeitete, und wollte sich über ein Seminar
erkundigen. Nach kurzer Zeit schon sprachen
wir über seine malerische Arbeit, und er erzählte
begeistert von einer seiner (oder der ?)
ersten Ausstellungen. Irgendwie fühlten wir
uns vom ersten Moment an verbunden. Wir
sind fast gleich alt, und damals hatten wir
beide kohlschwarze Bärte, was sich bis heute
etwas geändert hat.

Robert Zielasco hat neben seiner Ausbildung an der Akademie der Bildenden Küste ein Psychologiestudium nahezu abgeschlossen. Immer wieder habe ich versucht, ihn dazu zu ermuntern, die fehlende Dissertation anzugehen. Aber bald wurde mir klar, dass das Anstreben von formalen Abschlüssen nicht seine Sache ist. Ihm ging und geht es um das Eindringen in die Sache, um die voraussetzungslose Beschäftigung mit den Dingen, die ihm wichtig sind. Diese Haltung spürt man in allen seinen Aktivitäten. Weitgereist, war er immer bestrebt, in die Kulturen ferner Länder einzudringen, die Menschen zu verstehen, eine Zeit lang mit ihnen zu leben. Und natürlich haben all diese Erlebnisse in erkennbarer Weise Eingang in seine Arbeit gefunden.
Von Anfang an hat mich an Robert beeindruckt, mit welcher Selbstverständlichkeit und Kraft einen Weg gegangen ist, der beileibe nicht einfach war und ist. Das hat nichts mit dümmlicher Unbekümmertheit oder naiver Selbstüberschätzung zu tun. Nein, bei ihm spürt man, dass er einen starken inneren Impuls hat, der ihn weiterführt und nicht stehenbleiben lässt. Diese Kraft erklärt auch seine unglaubliche Arbeitsleistung. Ich habe bisher noch keinen zweiten Menschen getroffen, der persönliche Lockerheit und Lebenslust mit einer derartig strengen Arbeitsdisziplin vereint. Wie immer, wen Menschen Großes vollbringen, ist ihre Arbeit mit Leiden, Zweifel und manchmal auch Selbstbeschädigung verbunden. Bei Vielen findest diese Problematik starken Eingang in ihre Persönlichkeit und ihr Privatleben. Nicht so bei Robert Zielasco. Er ist ein besonders empathischer, authentischer und in sich ruhender Mensch, der immer am Gegenüber interessiert ist. Sicherlich ein Ergebnis seiner Auseinandersetzung mit fernöstlicher Kultur.
Seine Bilder sind unverkennbar. Wiewohl über die Jahrzehnte eine deutliche Veränderung stattgefunden hat (Soll man das Entwicklung nennen? Mir sind seine frühen Bilder genauso wertvoll wie seine Jetzigen), sind sie alle ‚Zielascos’. Immer dynamisch, kraftvoll, von einer rätselhaften Tiefe, die einen gefangen nimmt. Als Psychologe sollte und könnte ich jetzt vielleicht auf die Veränderung seiner Farbpalette über die Jahre eingehen. Das will ich aber nicht, weil damit viel Spekulation verbunden wäre, die ich als empirischer Sozialwissenschafter nicht schätze. Klar ist, dass da Einer nie stehen geblieben ist, nie selbstzufrieden produziert hat, sondern immer den steinigen Weg nach vorn gegangen ist.
Es würde mir auch schwer fallen, jetzt exakt zu definieren, was Kunst ist. Das würde etwas Platz brauchen, und ich möchte Theodor W. Adorno keineswegs ins Handwerk pfuschen. Ich hoffe aber, ich habe mit meiner Beschreibung von Robert Zielasco klarmachen können, was einen wahren Künstler ausmacht:
Nicht das Beiläufige, sondern das Bestimmte. Nicht das Beliebige, sondern das Eindeutige. Nicht das Konstruierte, sondern das Authentische. Nicht das Verkrampfte, sondern das Echte. Nicht das Schwächliche, sondern das Kraftvolle. Robert Zielasco eben.

Handlungen sind diese Bilder

Dr. Rainer Zerbst

Die Bilder von Robert Zielasco gefallen ganz spontan, fast instinktiv. Nicht immer trifft man auf derart strahlende, leuchtende Farben: Sein Blau zum Beispiel: von unergründlicher Tiefe, nicht genau in seinen Farbnuancen bestimmbar, aber faszinierend schön. Sein Gelb, meist etwas eingedunkelt, warm, anheimelnd; Gelb kann ja auch ziemlich giftig wirken. Oder sein Braun: es erinnert an Erdiges, auch an Rostiges, und wenn es dann auch noch etwas matt auf der Leinwand liegt, wie eine samtene Fläche, dann möchte man am liebsten mit dem Fingerrücken darüberfahren.
Nur: man weiß nicht, was es bedeuten soll. Einfach nur schön - das kann es nicht sein, und dagegen spricht auch, dass es auf diesen Bildern viele Elemente gibt, die einem puren Wohlgefallen entgegenstehen, auch wenn solche Empfindungen natürlich immer stark subjektiv sind. Da fahren spitze Keile in eine harmonisch dahinfließende Farbfläche, da drängen sich Materialien in den berühmt-berüchtigten ersten Pinselstrich auf die noch unberührte Leinwand - was ja genau genommen ein unerhörter Akt ist, eine Dreistigkeit sondergleichen: Ein Stück intakte, unberührte Leinwand, eine völlig gleichmäßige Fläche mit Farbe zu zerstören.
Handlungen sind diese Bilder also, Handlungen mit Farbe, und Zielascos Umgang mit der Farbe öffnet dem Betrachter noch ein weiteres Mal die Augen. Denn er weist ihn darauf hin, was Farbe ist. Farbe ist nicht Mittel, um ein Bild zu malen, Farbe ist völlig selbständig, ist ein Material, das die verschiedensten Zustände annehmen kann: Es kann fließen, es kann sich zusammenballen, es kann stumpf werden, es kann im Licht wie eine Spiegelfläche strahlen.
Alles findet sich bei Zielasco. Das Material, an sich tot, wird bei ihm lebendig, und wir sehen diesem Lebendigwerden auf diesen Bildern buchstäblich zu.